Franziska Hoppermann

Data-Mining: Graben nach dem Rohstoff der Zukunft

Mining“ im originären Sinn bedeutet so viel wie schürfen oder graben. Das Objekt der Begierde, nach dem „gegraben“ wird, ist nichts weniger als der Rohstoff des 21. Jahrhunderts: Daten.

Was können wir aus all diesen Daten machen, die sekündlich jeder von uns produziert? Wir können abertausende Informationen ableiten und Wissen generieren. Darin liegt ein unglaubliches Wertschöpfungspotenzial!

Beim Data-Mining, das eine Form der Künstlichen Intelligenz (KI) ist, werden vereinfacht gesagt Muster in großen Datenbeständen erkannt. Und gerade bei der erwähnten Fülle und Menge von Daten ist das ein großer Vorteil in der Zeitersparnis und Analyse von Daten.

Vielversprechende Anwendungsbereiche gibt es beispielsweise in der Medizin. So kann Data-Mining z.B. die Bilderkennung bei der Mammografie und anderer Krebsdiagnostik unterstützen.

Sobald die Nutzung personenbezogener Daten im Fokus steht, muss die Politik das größte Maß an Transparenz und klare Regelungen schaffen. Die Menschen dürfen nicht das Gefühl von Kontrollverlust haben. Unser gemeinsames Ziel muss es sein, das gesellschaftliche Leben in der digitalen Welt sicher und zukunftsgerichtet zugleich zu gestalten.

Viele Gremien beschäftigen sich mit den Chancen und Risiken von Datennutzung und der Regelungen. Seien wir mal ehrlich: Wir haben kein Erkenntnis- wir haben auch hier ein Umsetzungsproblem!

Wir wissen doch, dass wir mehr Digitalisierung wagen müssen und mehr Standardisierung und Normierung brauchen. Ebenso mehr Aufklärung und Souveränität im Umgang mit den eigenen Daten, mehr Datennutzung und so mehr Wertschöpfung!

In meiner Rede im Deutschen Bundestag habe ich folgende Forderungen an die Bundesregierung gestellt:

  1. Schaffen Sie endlich klare Zuständigkeiten! Die Atomisierung der Zuständigkeiten behindert jegliche Arbeit der Bundesregierung. Wir verlieren hier kostbare Zeit.
  2. Sichern Sie in den vielen Datengesetzgebungen in Europa und Deutschland den Schutz und konzipieren Sie eine einfache Einwilligung für die Weitergabe personenbezogener Daten, vor allem für Forschung.
  3. Wir brauchen endlich eine Bundesregierung, die die unterschiedlichen Regelwerke vor allem auf europäischer Ebene strukturiert betrachtet und in den Zusammenhang stellt. Und ein gemeinsames Zielbild darüberlegt.

Schockierend finde ich, dass Digitalminister Volker Wissing am vergangenen Wochenende verkündete, dass er der Meinung sei, man müsse KI auf europäischer Ebene mal regeln. Dabei sollte doch das Digitalministerium seit Jahren genau hier in der Federführung sein und entsprechend selbst aktiv werden können. Das Zuständigkeitswirrwarr in der Bundesregierung bei Digitalthemen ist derart bizarr, dass es gefährlich wird: Für unseren Wirtschaftsstandort und auch für die Bürgerinnen und Bürger.

Liebe Bundesregierung: Tun Sie endlich was, bringen Sie sich auf europäischer Ebene ein, anstatt intern über Zuständigkeiten zu streiten und sorgen Sie endlich für vernünftige, konsistente Gesetzgebungen.

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